Vom Zauber des Ortes beflügelt (Quelle: JB 07/08)


Einmal in einem richtigen Orchestergraben sitzen, eine große Bühne mit professioneller Technik zur Verfügung haben … eine höchst interessante und anspruchsvolle Aufgabe.
Der geplante Termin, Samstag der 10. Mai, bereitete uns allerdings ordentlich Kopfzerbrechen. Dies war nämlich der erste Samstag in den Pfingstferien und viele, die im Vorjahr so engagiert mitgemacht hatten, hatten schon private und schulische (Russlandaustausch) Reisepläne geschmiedet.
So waren im Orchester einige Umbesetzungen nötig. Dank unserer „Ehemaligen“ Marina Salzner, Stefan Vogt, Uta Hacker und Koschka Hildenbrand, die beherzt einsprangen, konnten wir doch wieder in großer Besetzung spielen.
In diversen Samstagsproben wurde die Musik des im Vorjahr so erfolgreich aufgeführten Balletts wieder aufgefrischt. Auf Wunsch von Frau Höps hatte Rüdiger Kaufmann die zweite Szene um einen Tanz erweitert, in dem das Marimbaphon, von Paul Donat und Peter Leicht virtuos gespielt, besonders zum Tragen kam. Die Neuhinzugekommenen wurden eingearbeitet und zuletzt wurde in der Turnhalle die Verbindung der Musik mit den Tänzern wiederhergestellt.
Auch in der Riege der Fischer und Hofschranzen mussten viele junge Männer neu eingearbeitet werden. Dies gelang Frau Höps und Frau May-David mit großem Geschick in kürzester Zeit.
Außerdem galt es u. a. die örtlichen Gegebenheiten zu besichtigen, einen Sitzplan zu erstellen, den großen chinesischen Gong aus Neustadt zu holen, die Requisiten und Kostüme herzurichten, das Programm neu zu erstellen und zu drucken (herzlichsten Dank an Franziska Lorz und ihren Vater), die Eintrittskarten zu verkaufen, die Fahrt nach Erlangen zu organisieren……
Endlich war es soweit.
Am Samstag, den 10. Mai konnten wir mit Hilfe vieler Eltern Instrumente, Notenpulte, Pultleuchten, Kostüme, Requisiten und natürlich Musikerinnen und Musiker einladen und nach Erlangen fahren. Herzlichen Dank an alle, die Fahrdienste übernommen haben!
Ab 9.00 Uhr konnten wir im Markgrafentheater Stühle, Notenständer und Pultleuchten in Stellung bringen; um 10.00 Uhr sollte das Orchester zum Anspielen kommen; ab 11.00 Uhr war die Generalprobe mit den Tänzern angesetzt. Eigentlich lief alles wie am Schnürchen, wenn uns auch die Theaterprofis nicht alle so hilfsbereit und freundlich entgegenkamen, wie man bei dem hohen Mietpreis erwarten sollte. Aber dann spannten die Beleuchter unsere Geduld auf eine harte Probe. Sie benötigten nämlich für ihre Arbeit absolute Ruhe, wovon uns aber im Vorfeld niemand in Kenntnis gesetzt hatte. So fiel die Anspielprobe völlig ins Wasser und wir mussten gleich mit dem Generaldurchlauf starten. Es galt jetzt Nerven bewahren und flexibel sein – nach dem Motto: Augen auf und durch!
Nach einer kurzen mittäglichen Verschnaufpause herrschte ab 16.30 Uhr schon wieder reger Betrieb hinter den Kulissen und die knisternde Spannung vor der Aufführung war überall spürbar. Nun hieß es schminken, anziehen, aufwärmen, einstimmen, anspielen…und um 18.00 Uhr endlich Vorhang auf! Musiker und Tänzer und der Sprecher Andreas Popp entführten das vollbesetzte Haus ins märchenhafte China.
Die Nachtigall berührte zutiefst mit ihrem bezaubernden Gesang (Erik Ranger) und Tanz (Geeske Peters). Auch der Kaiser (Astrid Hornung), die Künstliche Nachtigall (Veronika Vogel) und die Kleine Köchin (Veronique Huffer) zogen mit den großen Rollen das Publikum wieder in ihren Bann; alle anderen kleinen und großen Tänzerinnen glänzten, vom Zauber des Ortes beflügelt, sodass minutenlanger Beifall aufbrandete.
Ein unvergesslicher Abend!
Maria Thamm-Kaufmann