Dieser Einsatz ist uns Freude und Verpflichtung zugleich (Quelle: JB 07/08)
Hat man die Aufgabe, den fachspezifischen Jahresabschlussbericht über die Aktivitäten und Ereignisse des ausklingenden Schuljahres zu schreiben, so lesen vielleicht manche Kollegen – so auch ich – zunächst den des letzten Schuljahres. Und so war ich wieder einmal absolut überrascht, wie viele musikalische Ereignisse das Schuljahr 2006/07 – trotz G 8 – bereicherten. Unsere große musikalische Schülerschar war, wie Frau Thamm-Kaufmann damals schrieb, „im ständigen Einsatz“.An diesen Ansatz knüpften wir dann im Herbst 2007 „schonungslos“ an und wagten uns mit Orchester, Band, Großem Chor und Grundkurs Chor an das nächste Großprojekt.
Magnifikat-Vertonungen bildeten den Schwerpunkt des Weihnachtskonzertes 2007. So vielfältig und interessant die verschiedenen Vertonungen waren, so zeitintensiv und aufwändig waren die Proben. Bis zu vier Stunden pro Woche und mehrere Wochenendproben forderten größten Einsatz unserer Schülerinnen und Schüler.
Das Konzert begann feierlich mit einem Gregorianischen Magnifikat im sechsten Ton, im Wechselgesang von einer Männerschola und dem Unterstufenchor vorgetragen.
Anschließend sang der Unterstufen-Chor geistliche Lieder des zeitgenössischen Komponisten Gerhard Schnitter, wobei vor allem in dem Lied Meine Seele erhebet den Herrn die hellen, klaren Stimmen der Kinder förmlich jubilierten. Veronique Huffer musizierte dazu mit schönem, warmem Ton (Querflöte).
Es folgte das berühmte Concerto Grosso op.3 Nr.11 in d-Moll von Antonio Vivaldi. Aus dem großen Orchester wurde dafür ein kleines Kammerorchester gebildet, welches die Solistinnen differenziert und sensibel begleitete. Mit großem musikalischen Ausdruck und Virtuosität wetteiferten die drei Solistinnen Adina Peters und Elisabeth Hammer (Violine) und Julia Missel (Cello) miteinander!
Nun wurde es wirklich eng vor dem Hochaltar, denn beim Magnificat in d-Moll von A. Garcia-Hernandez (in einer Bearbeitung von R. Kaufmann) musste der Große Chor, der U-Chor und das Große Orchester Platz finden. Mit breitgefächertem Klang korrespondierte das Orchester mit dem Chor und ließ unverkennbar spanisches Kolorit erklingen. Sowohl in den einleitenden Unisonostellen als auch im vierstimmigen Satz entfaltete der Chor Klangpracht. Im Mittelteil übernahm der U-Chor den Part des Solosoprans, vom Orchester klangschön und sicher begleitet.
Der Magnificat-Text wurde im Laufe der Musikgeschichte von vielen Komponisten vertont. Jüngstes Beispiel ist das Magnificat – The Groovy Verson Of OX von dem Hamburger Komponisten Christoph Schönherr (OX steht für den Ort Ochsenhausen, dessen „Landesakademie für die musizierende Jugend“ dieses Werk in Auftrag gab).
Diese Komposition, welche Frau Thamm-Kaufmann und mir schon länger am Herzen lag, ist überwiegend in den Idiomen des Jazz und der Rockmusik geschrieben. Es war ein Gemeinschaftsprojekt für Chor, Solisten, Band und Orchester. Höchst interessant ist z.B die Koppelung von Swing, Rock, Funk und Samba-Rhythmik mit strengen Kompositionstechniken wie der Fuge. Die Gleichzeitigkeit von lateinischem und englischem Text soll einerseits deutlich machen, dass es sich um eine sehr alte Geschichte handelt, die aber andererseits ihre Aktualität nicht verloren hat. Maria singt auf Englisch – einer Sprache unserer Zeit. Sie wurde in den verschiedenen Stücken mit größtem Engagement und Ausdruckskraft von Mariam Magassa, Elisabeth Donat, Inga Simm und Sarah Kraus interpretiert. Instrumentalsolisten waren Kathrin Eismann (Flöte), Carsten Hellinger (Sopran-und Tenorsaxofon) und Leo Heidingsfelder (Trompete). Die äußerst anspruchsvollen, diffizilen Chorsätze hat der Grundkurs Chor hervorragend gemeistert! In den großen Einleitungs- und Schlusssätzen, die kompositorisch besonders auf Klangfülle angelegt sind, kam der große Chor hinzu. So entstand ein berührender und beeindruckender Gesamtklang. Zwischen den teilweise mitreißenden, aber auch lyrischen Stücken streute Dekan Kilian Kemmer kurze, besinnliche Andachtstexte ein, die zum Nachdenken anregten.
Das Frühjahrskonzert im April 2008 stand ganz im Zeichen der Abiturientinnen und Abiturienten, die nach ihrem Abschied große Lücken in den verschiedenen Ensembles hinterlassen werden. „Vom Tanz inspirierte Musik“ lautete die Überschrift des Programms des Schulorchesters. Feierlich begann man mit drei Tanzsätzen aus Händels Wassermusik, abwechslungsreich und klangvoll gespielt. Es folgten drei Sätze aus der niemals aufgeführten Oper Rosamunde von Franz Schubert. Hier durften vor allem die Holzbläser brillieren, die in vielerlei Hinsicht solistisch gefordert waren.
Nun folgten vier zutiefst romantische Lieder für Frauen- bzw. gemischten Chor von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der Grundkurs sang klanglich differenziert, sauber und mit größtem Textverständnis und hinterließ beim Publikum einen höchst bewegten, romantisch stimmungsvollen Eindruck.
Bei den Elegischen Melodien op.34 von E. Grieg, die der Komponist nach eigenen Liedern für Streicher bearbeitet hat, wurden bei den Musikern und den Zuhörern starke Emotionen geweckt. Die Ausführung dieses Werkes benötigte nochmalige Differenzierung innerhalb der Streichergruppen, was nur heuer möglich war, weil viele und gute Streicher zur Verfügung standen. Elf Schüler haben mit dem Abitur das Orchester verlassen und sind zunächst nicht durch entsprechenden Nachwuchs zu ersetzen.
Im zweiten Teil des Konzertes spielte und sang erstmals eine Combo, bestehend aus Mitgliedern der Big Band I (Gesangssolisten waren Anja Labandowsky, Sabrina Toifl, Carsten Hellinger und Christoph Luckner). Sie interpretierten Songs wie z.B. The Islander und spielten auch die Eigenkomposition Joli-Lied von C. Hellinger. Dafür erntete die Combo viel Applaus.
Anschließend spielte die Big Band I fetzige Titel wie Cantaloupe Island von Herbie Hancock oder Gonna Fly Now von Victor Lopez. Die „Stars“ der Improvisation waren Leo Heidingsfelder und Carsten Hellinger und erhielten viel Applaus. Großer Dank gebührt unserem „Chef-Techniker“ Jan-Robert Sutter!
Einen zutiefst berührenden Schlusspunkt setzten die Abiturientinnen und Abiturienten. Unter der schwungvollen Leitung von Julia Missel sangen und spielten alle musikalisch Aktiven dieses Jahrgangs für uns den großen ABBA-Hit „Thank You For The Music“. Wann und wo Julia, die diesen Song auch selbst für ihre Mitschüler arrangiert hatte, mit allen proben konnte, bleibt ihr großes Geheimnis…
Während die Konzerte alle problemlos über die Bühne gingen, war es unterrichtstechnisch äußerst schwierig in der Fachschaft Musik: Aufgrund der monatelangen Erkrankung einer Kollegin fiel der Musikunterricht z.T. länger aus. Glücklicherweise konnte die Schulleitung von November bis zu den Weihnachtsferien Herrn Marc Wagener für den Unterricht in den 8. und 11. Klassen und Frau Gertrude Schäfer für den der 7. Klassen gewinnen. An dieser Stelle möchten wir uns bei beiden herzlich für die unkomplizierte und überaus freundliche Zusammenarbeit bedanken, die uns allen, Schülern und Kollegen, geholfen hat. Auch bedanken wir uns bei Marc Wagener für die technische Unterstützung beim Weihnachtskonzert!
Da Frau Schäfer den Musikunterricht bis zu den Osterferien weiterführen konnte, musste nach den Weihnachtsferien „nur“ der Unterricht der 8. und 11. Klassen erneut ausfallen. Zum Halbjahr kam dann die rettende Hilfe: Die Schulmusikerin Frau Iris Arnal, die am Gymnasium in Bamberg eine halbe Stelle hat, unterrichtet seitdem bei uns ebenfalls mit einer halben Stelle.
Wie gut, dass der Instrumentalunterricht kontinuierlich an den Nachmittagen in unseren Räumen stattfinden konnte. Somit gab, wie jedes Jahr, ein Hausmusikabend den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Fortschritte an ihrem Instrument zu zeigen.
Bleibt nur noch der Hinweis auf das Sommerkonzert, das wie immer nach Redaktionsschluss stattfindet. Großer Chor, U-Chor, Orchester, Big Band II und die Minis lassen das Schuljahr am 10.07. musikalisch ausklingen.
Ariane Dammann-Ranger