Gedanken zu meiner Auftragsarbeit für das Amtsgericht Erlangen
Bereits Anfang des Schuljahres 2002/03 wandte sich das Amtsgericht Erlangen an die Schüler der Kunst-Leistungskurse sämtlicher Gymnasien in der Umgebung mit dem Aufruf, bei der künstlerischen Gestaltung der Gerichtsräumlichkeiten mitzuwirken.Bis zu einem festgelegten Termin nach den Weihnachtsferien wurden Entwürfe zu geplanten Wandzeichnungen, Collagen und Bildern, die eine Verbindung zwischen Bürgern und Justiz darstellen sollten, abgegeben. Diese werden in der Woche der Justiz vom 14. – 18. Juli im Amtsgericht Erlangen vorgestellt.
Auch ich habe mir Gedanken zu dem Thema gemacht. Als ich die Idee einmal hatte, fiel es mir nicht schwer, den farbenfrohen Entwurf anzufertigen, der die Justitia mit ihren verbundenen Augen, der Waage und dem Schwert als jugendliche Skaterin zeigt. Sie steht im Zentrum, umgeben von unterschiedlichen Personen, die repräsentativ für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe stehen. Man sieht einen Jungen die Treppe hinunterskaten, auf der die Justitia posiert. Weiterhin sind da eine ältere Frau, eine Familie und ein Ausländer, der auf das Gesetzbuch weist, das ein Richter in den Händen hält. Mitten hinein habe ich den graffiti-ähnlichen Schriftzug Vive iustitia gesetzt. Ob Lateinisch oder Französisch, darüber können sich die Betrachter streiten. Ich denke die Botschaft ist auch für Laien unmissverständlich.
So viel zu dem, was mir eingefallen ist. Einen Entwurf abzugeben, ist nicht sonderlich schwer. Das Ganze in die Tat umzusetzen, ist eine andere Sache. Denn so ein 2 x 3 Meter großes Bild ist doch eine echte Herausforderung. Erst mussten die einzelnen Leisten zu einem Keilrahmen zusammengebaut und mit Leinenstoff so bespannt werden, dass das Ganze sich beim Auftragen von Knochenleim nicht verzieht und schief wird. Dies ist mir mit Hilfe von Herrn Hauber ganz gut gelungen. Nach der Grundierung konnte ich in den Pfingstferien endlich mit Farbe beginnen. Vier Wochen bleiben mir noch Zeit bis zur Vernissage. Bei dem Gedanken schwitze ich noch mehr als ohnehin schon bei dem heißen Wetter. Und bei der Vorstellung, jetzt im Freibad ins kühle Nass springen zu können, frage ich mich, was mich dazu gebracht hat, meine Pfingstferien in der Schule zu verbringen und mich mit der widerspenstigen Acrylfarbe herumzuschlagen! Doch wenn ich mich dann zurücklehne und mein Werk betrachte, sagt mir etwas, dass das Ganze ein gutes Bild wird und als Monsterfarbklecks etwas Fröhlichkeit in die grau-braune Eingangshalle des Amtsgerichts bringen könnte.
Da mit dem fertigen Gemälde auch ein großer Teil meiner Facharbeit bewältigt sein wird, kommt die murrende Stimme in meinem Innern zur Ruhe und ich kann mit neuem Elan weitermalen...
Ich danke vielmals Herrn Hauber, Herrn Lau und all den anderen, ohne deren freundliche Unterstützung diese Aktion nicht möglich gewesen wäre.
Rebecca Dürr, K 12, LK Kunst