Ausstellung des Leistungskurses Kunst

Seit einigen Tagen hängen, sorgfältig gerahmt, zwölf Kaltnadel-Radierungen in meinem Arbeitszimmer: zwölf Variationen zum Thema  „Der Traum der Kunstfreunde“. Mehr oder weniger erkennbar sind auf allen Bildern meine Frau und ich in Räumen unserer Wohnung, umgeben von Elefanten oder gefährlich aussehenden Phantasie-Tieren und geheimnisvollen Gegenständen.
Entstanden sind diese Radierungen im Unterricht des Leistungkurses Kunst des Jahrgangs 2008/10 – und jede Kursteilnehmerin hat die Aufgabe anders gelöst. Wir haben eine Auflage als Geschenk bekommen. Die „Übergabe“ der Drucke  war (für uns) der Höhepunkt der Ausstellung dieses Kurses, die in einem Raum in der Schule (für die Facharbeiten), in sämtlichen Räumen unseres Hauses (für die Bilder, Plastiken und Zeichnungen) sowie in unserer Garage (für die Filme) stattfand.
Ein hübscher Zufall war es, dass die Leiterin dieses Kurses, Anette Huschka-Weinberg, als Kollegiatin an der ersten Ausstellung eines Leistungskurses Kunst vor 26 Jahren als Schülerin teilgenommen hat. Schon damals haben wir dem Leistungskurs Kunst die Möglichkeit gageben, kurz vor dem Abitur die im Kurs erarbeiteten Arbeiten bei uns auszustellen, d. h. in einem Umfeld, in dem ansonsten arrivierte Künstler ihre Arbeiten einem interessierten Publikum vorstellten. Der besondere Reiz war, dass die Leistungskurse den Bereich der Schule verließen und sich einer weiteren Öffentlichkeit der Diskussion stellten. Dies geschah insgesamt 13 mal  - ermöglicht in den letzten Jahren vor allem durch das Interesse und das Engagement der Kunstlehrer Anette Huschka-Weinberg und Jan Eric Hauber. Besucher der Ausstellungen waren nicht nur zahlreiche Schüler, sondern auch viele Eltern und Verwandte der Kollegiatinnen und Kollegiaten sowie Kunstfreunde aus der Stadt und dem Landkreis.
Eine Folge der Neuregelung der Oberstufe (G 8!) ist, dass es in Zukunft keine Leistungskurse mehr geben wird – und damit auch keine Leistungskurse Kunst. So war die Ausstellung dieses Jahres ein Abgesang auf eine sinnvolle und wertvolle Institution.

Gerhard Hornung, März 2010