Geographische Exkursion der Klassen 11b und 11c (Schuljahr 05/06)
Datum: 06.Oktober 2005Ziel: Nördliche Frankenalb: Hetzleser Berg und Streitberg
Schwerpunktthemen: Schichtstufenlandschaft und Karstformen
Leitung und Konzeption: Arnulf Kopp, Studienrat
Begleitung: Robert Tichi, Oberstudienrat, Fachbetreuer Deutsch

Bilder zum Hetzleser Berg:
Hohlweg im Posidonienschiefer:
- Lage: am Ortsrand von Hetzles im Vorland des Hetzleser Berges
- Entstehung im Laufe von Jahrhunderten durch Fuhrwerke und abfließendes Regenwasser
- Kalksteinbänke und Mergelschichten des Schwarzen Juras (Lias)
- bitumenreiche Schiefer (Gewinnung von Rohöl im 3. Reich)
- Benannt nach der Muschel Posidonia bronni, die wie andere Fossilien in ihm vorkommt.

Der Hetzleser Berg und sein Vorland:
- Dicke Gesteinspakete aus hartem Gestein (Sandstein, Kalkstein) setzen der Abtragung größeren Widerstand entgegen und bilden die markante Jura-Schichtstufe der Frankenalb.
- Flaches Vorland (weicherer Opalinuston) mit landwirtschaftlicher Nutzung, steiler Berghang mit Mischwald

Hohlweg im Eisensandstein:
- Das mächtige Gesteinspaket des harten Eisensandsteins ist für die deutliche Ausprägung der Schichtstufe, den steilen Hang verantwortlich.
- Der Eisensandstein enthält stellenweise Eisenerz, das in früheren Zeiten zur Eisengewinnung abgebaut wurde (heute unrentabel).
- Die braune Farbe des Eisensandsteins stammt vom Eisenoxid (Oxidationsverwitterung!).
- Dieser braune Sandstein war namensgebend für den Braunen Jura (Dogger).

Oberer Hangbereich:
- Auf die nur sanft ansteigenden Wiesenflächen folgt bergauf ein letzter steiler Hangbereich mit Laubwald vor dem Erreichen der Hochfläche.
- Der weichere und somit leichter abtragbare Ornatenton ist für den flacheren Hangbereich verantwortlich.
- Wiesen über staunassem Tonboden (Quellhorizont!)
- Harter Kalkstein bewirkt den letzten Steilanstieg oberhalb der Wiesen.

Niederwald auf der Hochfläche:
- Wo der Boden zu flachgründig und steinig ist, befinden sich auf der Hochfläche nur Wald und Wiesen.
- Niederwald: überwiegend junge, nicht sehr hohe Bäume mit Stämmen geringen Durchmessers, Ausbildung mehrerer Stämme
- Ursache: Alte Form der Waldnutzung vor allem in bäuerlichen Privatwäldern, die heute an Bedeutung verloren hat.
- Die Bauern haben früher die Bäume alle 15 bis 30 Jahre gefällt, um in erster Linie Brennholz zu gewinnen. Am Baumstumpf wuchsen dann mehrere neue Stämme nach.

Ehemaliger Kalkstein-Steinbruch:
- Die Kalksteinschichten sind am Hetzleser Berg nicht sehr mächtig, da die jüngeren, ehemals darüber liegenden Schichten bereits abgetragen worden sind.
- Im Steinbruch erkennt man die dicken Kalksteinbänke des Malms (Weißer Jura).
- Dieser Bankkalk oder Werkkalk wurde früher hier abgebaut, um daraus z.B. Zement, Hausverputz oder Straßenschotter herzustellen.

Bilder zu Streitberg:
Streitberg im Wiesenttal:
- Blick vom Eingang der Binghöhle auf die Ortschaft Streitberg im Wiesenttal
- Hintergrund: Hochfläche der Frankenalb mit Bergkuppen (Kuppenalb). Diese bestehen wie der Felsen links vorne aus sehr hartem Riffdolomit. Es handelt sich bei ihnen um die Überreste ehemaliger Schwammriffe der Jura-Zeit.
- Riffdolomit = Unter dem Einfluss von Magnesiumionen umgewandelter Kalkstein.
- Am rechten Bildrand über dem Wiesenttal: Ruine Neideck

Kalktuff-Terrassen des Wedenbachs:
- Kalktuff oder Kalksinter entsteht durch Ausfällung im Wasser gelösten Kalkes.
- Der ausgefällte Kalk lagert sich vor allem vor Hindernissen im Bachbett ab und bildet so die Terrassen.
- Ursachen der Kalkausfällung im Bach: Verringerung des Kohlendioxides im Wasser durch Erwärmung des Wassers und CO2-Aufnahme der Wasserpflanzen (Moose und Algen)
- Der Wedenbach ist der Lebensraum für die Larven des Feuersalamanders und der Wasseramsel.

Die Binghöhle oberhalb von Streitberg:
- Das Regenwasser sickert von der Erdoberfläche durch Spalten und Klüfte im Kalkstein nach unten ab.
- Die im Wasser vorkommende Kohlensäure (Umwandlung von CO2) löst den Kalkstein und erweitert somit Risse und Klüfte zu größeren Hohlformen.
- Im Höhlengang floss einst ein Höhlenbach, der aber durch Absinken des Karstwasserspiegels trocken fiel. Grund: Weitere Vertiefung des Wiesent-Tales durch die Erosion der Wiesent.
- Bildung zahlreicher Kalksinter-Ablagerungen an den Höhlenwänden, z.B. Tropfsteine, also Stalaktiten und Stalakmiten.
- Wichtigste Ursache der Kalkausfüllung: CO2-gesättigtes Bodenwasser gibt CO2 an die Höhlenluft ab.
