Da krabbelt was!


Blattschneideameisen beim Tragen von frischem
Pflanzenmaterial zu ihrem Nest
Das Gymnasium Höchstadt taucht in die faszinierende Welt der Ameisen ein. An drei Nachmittagen führen Schüler Verhaltensversuche mit lebenden Blattschneiderameisen aus Südamerika durch.
Ein harmloser Springschwanz (ein Insekt) grast friedlich auf seiner Weide. Völlig unbemerkt pirscht sich ein gefährlicher Räuber mit weit aufgespannten Kiefern heran: eine Schnappfallenkiefer-Ameise. Langsam aber zielsicher nähert sie sich dem Ahnungslosen. In weniger als einer Millisekunde schnellen ihre tödlichen Zangen unaufhaltsam zusammen. Die Beute ist gefangen. Mittels der schnellsten Bewegung im Tierreich. Ameisen halten auch in anderen Bereichen die Weltrekorde. Ein einzelnes Ameisennest umfasst häufig mehrere Millionen Arbeiterinnen. Nach vorsichtigen Schätzungen ist die Biomasse aller Ameisen der Erde mindestens so groß wie die Biomasse aller Menschen. Und das, obwohl eine einzelne Ameise so winzig klein ist!Neben Jägern gibt es unter den Ameisen auch Gärtner. Die Blattschneideameisen haben sich auf das Züchten von Pilzen spezialisiert. Dazu schneiden sie frisches Pflanzenmaterial (siehe Foto), tragen es in ihr Nest und kultivieren auf ihm den Pilz, der ihre Hauptnahrung darstellt. Vom 22. bis zum 24. Februar waren diese Ameisen zu Gast am Gymnasium Höchstadt. Interessierte Schüler aus den Jahrgangsstufen 5-11 konnten sich zuvor in Teilnehmerlisten eintragen, welche schnell gefüllt waren. Die drei Nachmittags-Teams untersuchten das Sammel- und Schneideverhalten der Ameisen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung krabbelte und kribbelte es. Faszination und Forscherneugier schlich sich in die Gesichter der Schüler. Der Ameisenverkehr wurde auf schmalen Holzbrücken geregelt. Die Versuchsergebnisse hielten die Schüler in zuvor ausgeteilten Tabellen fest. Am Ende der jeweils dreistündigen Versuchsreihe wurden die Ergebnisse in gemeinsamer Runde diskutiert. Die Schüler schnupperten dabei in wissenschaftliche Arbeitstechniken hinein und lernten zudem, dass Kommunikation, Teamarbeit und Effizienz auch für Ameisenstaaten wichtig ist. Die positive Resonanz war großartig. Die Lokalpresse dokumentierte das Ameisenspektakel. Das Projekt wurde von der Universität Würzburg unterstützt. Herzlichen Dank!
Dr. Jürgen Paul