Russlandaustausch
Gymnasium Höchstadt - Gymnasium Opalicha
Über die Firma Martin Bauer (Krasnogorsk, Moskauer Gebiet und
Vestenbergsgreuth) erreichte im Februar 1996 der Kontaktwunsch
des
Gymnasiums Opalicha / Krasnogorsk die Schulleitung des Gymnasiums
Höchstadt. Daraufhin wurden in einer Sitzung, an der
Geschäftsführer Adolf Wedel und
Russlandbeauftragter Günther Thyroff von Firmenseite
teilnahmen, grundsätzliche Möglichkeiten einer
Beziehung mit
einer Schule in Russland besprochen. Im März 1996
führten
dann die Kollegen Hans Hagen und Klaus Strienz eine Erkundungsreise
nach Krasnogorsk durch, um die russische Schule und die
Rahmenbedingungen kennen zu lernen. Der Bericht fiel sehr positiv aus.
Man erkannte, dass die Schwerpunkte der Beziehungen neben den
menschlichen Erfahrungen das Erleben einer Gesellschaft im
ökonomisch-politischen Umbruch und geschichtliche Aspekte sein
können.
Noch im Jahre 1996 folgte der erste Besuch einer deutschen
Schülergruppe in Russland unter der Leitung
- von Edith Degenhardt und Hans Hagen.
- 1997 Katharina Seuring, Klaus Strienz
- 1998 Christiane May-David, Hans Hagen, Father Kilian Kemmer
- 1999 Sibylle Menzel, Helene Hummel, Edward König
- 2000 Gaby Waskey, Anja Baumann, Klaus Strienz
- 2001 Sibylle Menzel, Hans Hagen, Pastor Bernhard Christian
- 2002 Christiana May-David, Pfarrer Kilian Kemmer
- 2003 Christine Ortwein, Eberhard Harpf
- 2004 Gabriele Waskey, Klaus Strienz
- 2005 Sibylle Menzel, Hans Hagen, Michael Schwägerl
- 2006 Anja Baumann, Klaus Strienz
- 2007 Sibylle Menzel, Katrin Wacker, Michael Schwägerl
- 2008 Sibylle Menzel, Hans Hagen, Roland Grebner
- 2009 Sibylle Menzel, Erek Mennecke, Michael Schwägerl
- 2010 Tanja Finkenzeller, Erek Mennecke, Klaus Strienz
- 2011 Anja Baumann, Wolfgang Cayé, Michael Schwägerl
- 2012 Angela Mader-Neubauer, Erek Mennecke, Sibylle Menzel
Der Besuch der deutschen Schüler in Russland erfolgt in der ersten Pfingstferienwoche, der Gegenbesuch der russischen Schüler im Herbst (mit Ausnahmen). Dank der Hilfe durch die Firma Martin Bauer (Deutschland / Russland) gibt es für ernsthaft interessierte Schüler keine finanzielle Barrieren. Weiterhin ist die Erfahrung des Unternehmens bei der Visumbeantragung sehr nützlich.
Im Rückblick kann man feststellen, dass die eingangs genannten Schwerpunkte des Austausches tatsächlich umgesetzt werden können. Wenn auch jede Gruppe ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse hatte, so freut es die beiden Erkundungsreisenden aus dem Jahre 1996, dass praktisch alle ehemaligen "Russlandfahrer" im Rückblick nach dem Abitur sagten, dass diese Woche in Krasnogorsk d i e Fahrt ihrer Schulzeit war.
Russlandaustausch 2011
Schon die Vorbereitungen auf diesen Austausch waren ein Erlebnis, denn einfach so kommt man nicht ins große Russland. In Referaten stellten die teilnehmenden Schüler schon im Vorfeld interessante Themen des Landes vor: Landeskundliche Informationen u.a. über die aktuellen russischen Charts, die Unterrichtsfächer in der Partnerschule sowie Kulinarisches und Kulturelles bereicherten den interessanten „Russlandtag“, der vor der Reise stattfand.
Lobenswert waren auch die Geduld, Ausdauer und Genauigkeit, die die Reisenden beim sorgfältigen Ausfüllen des Visumantrages zeigten. Die letzte Hürde wurde dann mit freundlicher Unterstützung von Sybille Menzel genommen, die am Sprachentag geduldig die Grundlagen der russischen Sprache, besonders der Schriftzeichen, den Teilnehmern näher brachte.
Gut gebildet ging es dann am Samstag, den 11.06.2011, mit der russischen Fluglinie Aeoroflot von Frankfurt am Main aus nach Moskau Sheremetyevo. Den strengen Blicken der Zoll- und Grenzkontrollen folgte ein herzlicher Empfang am Flughafen durch die gastgebenden Lehrerkollegen. Mit dem Bus ging es dann weiter durch den Moskauer Abendverkehr nach Krasnogorsk und Opalicha, direkt nordwestlich vor Moskau liegend, zu den jeweiligen Gastschülern, die die deutschen Schüler freudig in Empfang nahmen.
An diesem Wochenende konnte man dann die unendliche Gastfreundschaft und vorher erworbenen theoretischen Kenntnisse über Essen und Trinken, Land und Leute und Vieles mehr praktisch und hautnah erfahren. Ob in den endlos erscheinenden Hochhaussiedlungen oder umgebauten Datschen (ehemalige Garten- oder Wochenendhäuser) untergebracht, ob am Nationalfeiertag auf nächtlicher Sightseeing-Tour in Moskau, beim Wandern in wunderschönen Parkanlagen, Feiern in der Familie, Bowling, Fußball oder bei sonstigen Freizeitaktivitäten, kamen sich Gäste und Gastgeber schnell näher. Die Schwierigkeiten der russischen Sprache wurden dabei durch Englischkenntnisse, Geduld, klare Gestik und unsere Dolmetscherin Anja Baumann leicht überwunden.
Kennzeichnend waren während des gesamten Aufenthaltes u.a. das üppige Essen, die beinahe täglichen Pendelfahrten in russischen Zügen, die U-Bahnen mit weltbekannten wunderschönen Stationen. Beeindruckt hat uns die enorme Gastfreundschaft und der Einsatz der Gastgeber, alle Gäste durch die russische Hauptstadt zu führen, um uns die Besonderheiten dieser Weltmetropole näher zu bringen.
Alles vorher geplant: Was aber auf Grund der russischen Sprache nicht immer allgemein zugänglich war, wurde aber doch wieder in einer Diskussion verworfen, neu geplant und dann aber zwischenfallsfrei durchgeführt. Dabei lernte man die unterschiedliche Einschätzung von Entfernungen und die „Größe“ Russlands auch zu Fuß kennen.
Die vielen eindrucksvollen Programmpunkte bereicherten diesen Austausch. Eine Stadtführung über den weltberühmten Roten Platz von Moskau am ebenso bekannten Luxuskaufhaus Gum vorbei zum Bolshoi Theater, von dort an die Kremelmauer mit eindrucksvoller militärisch strenger und exakter Wachablösung, dem Einkaufsbummel im unterirdischen Kaufhaus am Alexanderspark, dem Besuch der Christ-Erlöser-Kathedrale bzw. dem Kennenlernen strenger russischer Einlasskontrollen und dem Flanieren im Künstlerviertel Arbat brachten unvergessliche Erlebnisse mit sich.
Weitere Höhepunkte waren die Besuche eines bis vor kurzem noch streng geheimen Bunkers der russischen Militärführung, die Oldtimer- und Kriegsgerätesammlung eines russischen Milliardärs, die zahllosen schönen Park- und Schlossanlagen, das Kosmonautenmuseum, die Einladung zur „Nationalen Show“, einer temperamentvollen Tanztheatervorstellung, das Museum des Kriegsgefangenenlagers Krasnogorsk und natürlich die Besuche in der russischen Partnerschule.
Der offizielle Empfang durch Bürgermeister Rasskazov zeigte die Wertschätzung dieses Austausches ebenso, wie die phantastische Bewirtung beim Abschlussabend im Werk der Martin Bauer Group in Opalicha, die diesen Austausch wieder großzügig unterstützt hat.
Abschließend bleibt nur allen Mitwirkenden an diesem unvergesslichen Austausch herzlichst für ihren Einsatz und ihr Engagement zu danken.
Wolfgang Cayé
