Orientierungstage der K 12

Orientierungstage 2010 – Mit gutem Beispiel voran

 


Aufgrund so mancher Negativerfahrung in den Vorjahren stand eine komplette Abschaffung der Orientierungstage des Gymnasiums Höchstadt bereits das eine oder andere Mal im Raum. Umso mehr freute es uns, die Schülerinnen und Schüler der K12, diese Erfahrung mitnehmen und nach Burg Feuerstein fahren zu dürfen. Drei Busse füllten wir am Mittwoch, den 24. Februar, als wir uns nachmittags auf den Weg machten. Begleitet wurde unsere doch recht große Runde von gleich vier Lehrkräften. Michael Hipp, Margit Schmidt, Christine Tichi und Gudrun Winkler erklärten sich dazu bereit, die insgesamt drei Tage auf der Burg mit uns zu verbringen und, wenn nötig, für Disziplin zu sorgen.

 Trotz des anstrengenden Schultages, der bereits hinter uns lag, ging es gut gelaunt in Richtung Ebermannstadt. In unserem vorübergehenden Domizil angekommen, wurden wir im großen Kreis von unseren Gruppenleitern der kommenden Tage begrüßt. Einen Teil der Leiterinnen und Leiter hatten wir bereits bei einer Informationsveranstaltung kennengelernt und waren froh über deren lockere Art. Auch in diesem Jahr konnte man sich vorab für favorisierte Gruppen einschreiben. Primär ging es bei der Veranstaltung im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts darum, sich selbst, also seine eigenen Schwächen und Stärken, besser kennenzulernen, über die Zukunft nachzudenken und sich mit anderen auszutauschen. So verteilten wir uns in verschiedenen Räumen des Hauses und begannen noch am selben Tag mit der Arbeit in den Gruppen.

 Beim Thema„Identität und Partnerschaft“ spielten Selbsteinschätzung und Reflexion über Familie und Freunde eine große Rolle. Vertrauensspiele innerhalb der Gruppe gehörten hier genauso zum Programm wie das Erstellen von Plakaten zu verschiedensten Themen.

 Ernster ging es im Workshop „Suchtprävention“ zu. Ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige berichteten von ihren zum Teil lebensbedrohlichen Erfahrungen mit der Sucht und lieferten mit ihren erschreckenden Biografien sicherlich so manchen Denkanstoß.

Sportlich wurde es für die Teilnehmer des Workshops „Sprung ins Leben“, welcher größtenteils im anliegenden Hochseilgarten stattfand. Neben körperlicher Betätigung standen auch hier Gedanken über das eigene Leben im Mittelpunkt.

 „Was ist mir wichtig im Leben?“, „Welche Personen stehen mir besonders nahe?“ - solche und ähnliche Fragen wurden in der Gruppe „MeinVZ“ gestellt.

Besonders viel zu lachen hatten die Teilnehmer des Improtheaters. Spontaneität und Kreativität standen hier erwartungsgemäß im Vordergrund.

Die Gruppe „Blickwechsel“ beschäftigte sich währenddessen mit Kurzfilmen und deren Aussagen. In den Teams besprochene Dinge galt es jedoch, nicht nach außen zu tragen.

 Nach den ersten Stunden Arbeit ging der erste Tag für uns offiziell gegen 21.30 Uhr zu Ende. Doch auch das Miteinander sollte bei der Veranstaltung nicht zu kurz kommen. Noch bis spät in den Abend saß man beispielsweise in der Kantine oder auf den Zimmern zusammen, tauschte sich aus und lernte vielleicht sogar den einen oder anderen Mitschüler erst kennen. Der zweite Tag stand dann wieder ganz im Zeichen der Gruppenarbeit. Ein gemeinsamer Tagesabschluss in Form eines „Bunten Abends“ wurde jedoch nicht realisiert, so dass sich die Wege am Abend schnell trennten und die freie Zeit verschieden genutzt wurde. Nach abschließender Gruppenarbeit mit Feedback-Runden packten wir am Freitagvormittag auch schon wieder unsere Koffer. Und auch, wenn es bei der diesjährigen Fahrt kleinere Unstimmigkeiten zwischen Lehrern und Schülern gab (was sich bei einer solch großen Anzahl an Kollegiaten kaum vermeiden lässt), zeigten sich die beteiligten Lehrkräfte am Ende der Veranstaltung äußerst zufrieden mit unserem im Allgemeinen „vorbildlichen“ Verhalten. Mit Optimismus konnten sie so auch den Orientierungstagen der Q11 entgegensehen, welche nur wenige Wochen später stattfanden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Orientierungstage eine gute Sache sind. Nicht nur wegen der (meist) produktiven und intensiven Arbeit innerhalb der Gruppen, sondern auch wegen des Gemeinschaftserlebnisses.

Da die Kursfahrten für die Kollegstufe weitgehend abgeschafft wurden, ist dies wenigstens ein kleiner Trost.

 Mona Lisa Eigenfeld, K12

Orientierungstage 2008



Eigentlich handelt es sich bei den Orientierungstagen unseres Gymnasiums um eine ganz und gar ungewöhnliche Veranstaltung, die so an keiner anderen Schule im Be­reich der Erzdiözese Bamberg üblich ist. Denn eine ganze Jahrgangsstufe - mit Schü­lern, die den evangelischen, den katholischen oder den Ethikunterricht besuchen - be­gibt sich auf Burg Feuerstein, um sich vom Mittwochnachmittag bis Freitagmittag um Orientierung im eigenen Leben zu bemühen, unter Anleitung von verschiedenen Gruppenleitern, denen sich unsere Schüler vorher durch Wahl zuordnen können.
Es geht um Lebenslinien, Sinnsuche, Suchtprävention, Lebensträume ... - An anderen Schulen wagen sich nur die jeweiligen Religionsgruppen einer einzigen Klasse meist unter Leitung des entsprechenden Religionslehrers auf Besinnungstage.

Orientierungstage 2008: Fluch oder Segen?

So, die Orientierungstage für die K12 stehen mal wieder an. Die Schüler freuen sich auf ein paar freie Tage und manche Lehrer verdrehen schon genervt die Augen. Viel zu nah sind noch die Erinnerungen an die Ereignisse vom letzten Jahr. Die Veranstaltung hing am seidenen Faden, bis von oben grünes Licht kam, mit der Bedingung, dass die diesjährige Fahrt richtungsweisend sein sollte. Geht alles gut, dürfen die nachfolgenden Klassen wieder fahren, kommt es wieder zu Ausschreitungen, war es dann wohl das letzte Mal.
Orientierungstage. An sich ja eine gut gedachte Einrichtung: Die gesamte K12 fährt nach Burg Feuerstein, um dort für kurze Zeit den Schulstress hinter sich zu lassen und mal in sich zu gehen und über sich, seine Zukunftspläne und andere wichtige Fragen nachzudenken. Da in den letzten Jahren immer wieder einige wenige die Grenzen überschritten hatten, wurde die Fahrt zu einem Unsicherheitsfaktor und musste jedes Jahr aufs Neue erlaubt werden.
Also machten wir uns vom 5. bis 7. März unter der Leitung von Fr. Tichi, Hr. Thiem, Fr. Winkler und Fr. Krapp auf nach Burg Feuerstein, um den Ruf unserer Schule zu retten.
Dort angekommen ging nach einer kurzen Einweisung in die Hausordnung auch schon die Arbeit in den Gruppen los, für die man sich ein paar Wochen vorher eingeschrieben hatte. Es gab Gruppen mit den Themen „Baustelle Zukunft“, „Sinn-volles Leben – machbar oder Illusion?“, „Das bin ich?!“ und „Identität und Partnerschaft – das Wechselspiel vom Abgrenzen und Dazugehören“.
Diese Gruppen hatten trotz der verschiedenen Titel im Großen und Ganzen denselben Inhalt, nämlich bei Gruppenarbeit/-spielen oder in Einzelarbeit mehr über sich herauszufinden und dadurch neue Denkanstöße zu bekommen. Dies wurde beispielsweise in der Gruppe „Das bin ich?!“ unter anderem durch Fremd- und Selbsteinschätzung erreicht, die interessante, teilweise auch überraschende Ergebnisse brachte. Außerdem gab es die Gruppe „Blickwechsel“, die sich verschiedene Kurzfilme ansah und danach darüber diskutierte, und den Workshop „Sucht-Prävention“. Dort berichteten ehemalige Abhängige, die jetzt in der Laufer Mühle wohnen, von ihren Erfahrungen mit den Themen Drogen, Sucht und Lebensqualität.
Was im Einzelnen in den Gruppen erarbeitet wurde, kann hier nicht genannt werden, da die wichtigste Regel lautete, dass nichts, was in den Teams besprochen wurde, nach außen dringt.
Am ersten Abend arbeiteten wir nach dem Abendessen noch in den Gruppen weiter, bevor gegen 21.30 Uhr das offizielle Programm endete und man sich in geselliger Runde zusammensetzte, Musik machte, Tischtennis oder auch Billard spielte.
Am nächsten Tag stand wieder intensive Gruppenarbeit auf dem Plan und abends wurde ein „Bunter Abend“ veranstaltet. Jede Gruppe führte ein kleines Theaterstück, einen Sketch oder ein selbstgedichtetes Lied vor. Besonders zu erwähnen wäre hier der Karaoke-Wettbewerb unter der Moderation von „Florian Silbereisen“ und „Gülcan“, bei dem manche Sänger wahre Begeisterungsstürme beim Publikum auslösten.
Der restliche Abend stand wieder zur freien Verfügung, allerdings – wie auch schon tags zuvor – nur bis 24 Uhr, da dann jeder auf seinem Zimmer sein musste.
Am Freitag gab es noch eine kleine Einheit Gruppenarbeit, bevor wir uns nach dem Mittagessen wieder auf den Weg nach Höchstadt machten.
Insgesamt gesehen waren es relativ ruhige Orientierungstage, bei denen sich jeder an die aufgestellten Regeln gehalten hatte. Außerdem haben wir wohl auch bewiesen, dass man auch ohne Alkoholexzesse Spaß haben kann, und somit für unsere Nachfolger „die Kastanien aus dem Feuer“ geholt, denn die nächsten Orientierungstage sind schon beschlossene Sache.
Jetzt müssen erst einmal einige Änderungswünsche überdacht werden, wie z.B. die Abfahrt auf morgens vorzuverlegen, damit man nicht erst nachmittags nach einem anstrengenden Schultag losfährt und sich somit bei der Gruppenarbeit weniger konzentrieren kann.
Bemängelt wurde von einigen Kollegiaten das fehlende Vertrauen in die K12-ler, da sie sich schon Wochen vorher von manchem Lehrer ermahnen lassen mussten, sich bloß gut aufzuführen, und teilweise sogar von 11.-Klässlern Drohungen erhielten („Wehe, ihr benehmt euch nicht!“).
Alles in allem sind die Orientierungstage aber eine schöne Tradition, die auch weiterhin fortgeführt werden sollte, die neben der Beschäftigung mit inhaltlichen Themen auch bewirkt, dass sich die Schüler untereinander besser kennen lernen.

Caroline Müller