Mediatoren (auch Kiwis oder Streitschlichter genannt)
Kiwis gegen Konflikte: neue Streitschlichtergruppe am Gymnasium Höchstadt (Quelle: Jahresbericht 05/06)

Die Mediatoren
„Kiwis?“ Der Begriff kursierte bereits einige
Wochen durchs Schulhaus, noch ehe
Schüler und Lehrer wussten, was sich dahinter wohl verbergen
mochte. Zum Halbjahr
wurde dann durch eine anschauliche und informative
Präsentation zuerst für das
Lehrerkollegium, dann auch für die Klassen 5 bis 9 das
Geheimnis gelüftet:
Die Kiwis sind 18 Schülerinnen und Schüler der
neunten und zehnten Jahrgangsstufe,
die eine nunmehr eineinhalbjährige Ausbildung zu
Streitschlichtern, sog. Mediatoren,
absolviert haben. Unter der Leitung eines sechsköpfigen
Lehrerteams (Herr Böckl,
Frau Ortwein, Frau Huschka-Weinberg, Herr Paul, Herr Hagen und Frau
Frey) sowie
weiteren externen Referenten (u. a. Frau Thiem von der Laufer
Mühle) erhielten die
Jugendlichen in arbeitsintensiven Nachmittags- und Wochenendseminaren
notwendige
theoretische Grundlagen, beispielsweise über Konfliktursachen
oder die Rolle von
Körpersprache in der alltäglichen Kommunikation.
Schwerpunkt der Ausbildung war
die Schulung in der Durchführung von
„Schlichtungsgesprächen“, was auch den Kern
der Arbeit der Gruppe in der Schule bilden wird.
Zusammengefasst geht es den Kiwis nicht darum, sich in einer
Konfliktsituation als
Richter zu präsentieren und Recht zu sprechen, sondern um das
Herbeiführen einer für
beide Streitparteien annehmbaren Lösung, die von den
Betroffenen selbst gefunden
werden soll und durch die beidseitige Akzeptanz nachhaltig wirken kann.
Ziel des
Mediationskonzeptes ist daher langfristig eine Verbesserung der
„Streitkultur“ an der
Schule und eine Stärkung des friedlichen Miteinanders unter
den Schülern. Gegen
Ende der Ausbildung begannen die Schüler sich gemeinsam mit
ihren betreuenden
Lehrern auch Gedanken über ein effektives Marketing ihres
Programms zu machen;
während sich ein Teil mit der Vorbereitung der
Präsentationen in Lehrerkonferenz und
vor den Klassen beschäftigte, entwarf der andere Teil der
Gruppe ein Logo und
befasste sich natürlich mit der Namensgebung.
„Kiwis“ überzeugte schließlich in
mehrfacher Hinsicht, handelt es sich einerseits um einen nicht
vorbelasteten Begriff,
der nicht gleich negative Assoziationen weckt (also nicht Begriffe wie
„Streit“ oder
„Konflikt“ bereits enthält), andererseits
um einen leicht einprägsamen, freundlich
klingenden Namen. Natürlich verbindet man mit
„Kiwi“ auch die Frucht – sie wurde
daher auch ins Logo aufgenommen – und das Nationaltier der
Neuseeländer, die
außerdem diesen Spitznamen tragen. Der Raum, den die Schule
den Kiwis zur
Verfügung gestellt hat, wird folgerichtig „Die
Insel“ heißen, ein Rückzugsort, wo
Konflikte in Ruhe und in angenehmer Atmosphäre gelöst
werden können.
Die Kiwis stehen nun in den Pausen zur Verfügung und hoffen,
dass ihre Mitschüler
auf dieses Angebot zurückgreifen werden. Ihnen ist durchaus
bewusst, dass es Zeit
brauchen wird, bis das Programm ein selbstverständlicher
Bestandteil des Schulalltags
sein wird, doch können sie auf die Unterstützung
durch das Kollegium bauen; die
Lehrkräfte wollen zukünftig streitende
Schüler zu Schlichtungsgesprächen ermuntern.
In etwa einem Jahr wird sich das betreuende Lehrerteam dann um die
Ausbildung
neuer Kiwis kümmern, damit sich das Konzept auch langfristig
an der Schule
etablieren kann.
Ob nun die Kiwis ihr Können oft unter Beweis stellen
dürfen oder nicht – in jedem
Fall haben sie für sich selbst bereits großen Gewinn
aus ihrer Ausbildung gezogen, der
sicherlich auch für die Zeit nach der Schule wirken wird.
Christine Ortwein
Das Mediatoren-Team (Quelle: Jahresbericht 04/05)

Die Mediatoren
Anfang diesen Schuljahres wurde den Schülern der 8. und 9.
Jahrgangsstufe angeboten, sich als Mediatoren ausbilden zu
lassen
und ab kommenden Schuljahr als solche in der Schule zu arbeiten.
Geleitet wird das Ganze von den Lehrern Herr Böckl, Frau
Ortwein,
Herr Hagen, Herr Paul, Frau Huschka-Weinberg und Frau Frey, sowie
Mitarbeitern der Laufer Mühle. So fanden sich ca. 20
Schüler,
die sich einmal im Monat treffen und die bald als
Streitschlichter
eingesetzt werden können.
Zuerst kam die Gruppe an einem Wochenende im Oktober zusammen, um sich
kennen zu lernen und um zu besprechen, was die Aufgaben eines Mediators
sind: bei einem Streit dazwischen gehen und Vorschläge machen,
wie
die beiden Parteien zu einer Lösung kommen. Das
hört
sich sicherlich leicht an, ist es aber ganz und gar nicht. Denn man
muss die Regeln der Kommunikation beachten, dass heißt z. B.,
dass man richtig zuhören muss. Damit nicht genug: Wir
versuchen,
die Zerstrittenen wieder so zueinander zu führen,
dass sie
selbstständig zu einem Kompromiss kommen. Außerdem
haben wir
gelernt, Gestik und Mimik richtig zu deuten, denn die
Körpersprache lügt nie.
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Suchtprävention. Ein
besonderes Ereignis stellte der Besuch in der Laufer Mühle
(LM)
dar. Dort besteht eine Wohngemeinschaft aus Menschen, die alkohol-
und/oder drogenabhängig waren. Ihre „letzte
Hoffnung“
war diese Einrichtung, in der man auch für immer bleiben kann.
Zuerst wurden wir von drei Betroffenen durch die LM geführt
und
später erzählten sie uns ihre
„Biographie“: wie
sie allmählich in die Abhängigkeit gerutscht sind und
dann,
fast zu spät, erkannten, dass die Drogen sie
völlig
„zerstört“ hatten. Wir waren beeindruckt
und
erschrocken zugleich und viele von uns änderten wohl
schlagartig ihre Meinung über Alkohol! Er ist nicht
weniger
gesundheitsschädlich als Rauchen. Wir konnten sehen, wie er
den
Mensch kaputt macht.
Caroline Müller
