Studienfahrt nach London (Quelle: Jahresbericht 02/03)

Die angeblich schon im Lehrerzimmer als „Chaosfahrt“ titulierte Studienfahrt nach London konnte angetreten werden, da zwei Wochen vor Reiseantritt überraschenderweise doch noch eine Unterkunft gefunden wurde. Somit flog die vermeintliche „Chaoten-Truppe“, bestehend aus 14 Schülern aller elften Klassen und zwei so genannten Aufsichtspersonen („Wernä“ und „Schneggla“ alias Herr Dr. Kahl und Frau Oetter), da ja die Fahrt von Schülern geplant und vorbereitet wurde, am Samstag von Nürnberg nach London Stansted.
Nach einer einstündigen Busfahrt und ewiger Kofferschlepperei durch sämtliche UBahn - Stationen Londons checkten wir dann ins Hotel Generator ein. Und wieder einmal zeigte sich: nomen est omen! Knastähnliche Zimmer (wer braucht schon Schränke?) und eine fantastische Aussicht auf eine echt britische Backsteinmauer lösten teilweise
platzangstähnliche Panikattacken aus. Die Metallfeldbetten in unseren „Zellen“ wurden deshalb nur kurz aufgesucht.
Der erste Abend wurde dann zu einer sorgfältigen und einvernehmlichen Planung unseres weiteren Aufenthalts genutzt. Fast alle dringlichen Wünsche konnten Berücksichtigung finden.
Am darauf folgenden Tag stellte sich unsere Vorstellung vom „British Breakfast“ mit „bacon, egg and porridge“ als Illusion heraus: Während einige lustlos auf waschlappenähnlichen Toastscheiben herumkauten, beäugten andere ängstlich die in allen Regenbogenfarben schillernde Marmelade. Nach diesem Start in den Tag trafen sich dann
alle vor dem Hotel, „um die Sachen aus dem Englisch-Buch endlich mal live zu sehen“.
Der Tagesablauf der Woche sah dann meist so aus, dass vormittags ein kulturell bedeutendes Ziel besucht wurde, und die Gestaltung des Nachmittags und Abends variabel der allgemeinen Fitness und Aufnahmefähigkeit angepasst wurde. Während also am Vormittag Big Ben, Buckingham Palace, London Bridge, London Tower, British Museum, Trafalgar Square usw. besichtigt wurden, suchten am Nachmittag die meisten einen Park auf, um sich im „Extrem-chilling“ zu üben. Um dem Heimweh in der fremden Großstadt vorzubeugen, wurden in den Pausen zwischen den Kulturangeboten häufig vertraute Plätze wie „Burger King“ oder „Pizza Hut“ aufgesucht. Wieder andere grasten tagelang ganz London nach verbilligten Lebensmitteln ab („Geht jemand mit abgelaufene Sachen
kaufen?“). Die als Zusatzprogramm geduldete Shopping-Zeit verbrachten wir hauptsächlich damit, eine gewisse Person vom Kauf der soundsovielten Londoner Handtasche abzuhalten (Jella: „Ratet mal, was ich gekauft hab?“, Alle: „Ne Tasche!“), uns deutschfeindliche Halbganoven („Where´s the gun?“) und verkaufseifrige Dealer („Wanna buy something?“) vom Hals zu halten und an der Hotelbar die Happy Hour auszunutzen. Doch auch der Besuch eines Musicals, der Speaker’s Corner (mit Themen wie: „Should ugly women not be allowed to have children?“) und eine Bootsfahrt auf der Themse nach Greenwich standen auf dem Programm. Keiner konnte glauben, dass plötzlich unser letzter Tag in London gekommen war und nach den finalen Anweisungen der Aufsichtspersonen auch der Abschiedsabend anbrach. Dank der Einsicht aller Teilnehmer, die ausgesprochenen Ermahnungen selbstverständlich
auch zu beherzigen, kamen am 30.05. alle Teilnehmer wohlbehalten wieder in Nürnberg an.
Abschließend lässt sich noch bemerken, dass nicht nur wir bleibende Eindrücke von London mitgenommen haben, sondern dass wir mit Sicherheit bei einigen Londonern auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
D. K., 11c